Interview mit dem SQUT Magazin „Mehr als nur Tschakka-Hurra“

Mitarbeitermotivation, Erfolgsbewusstsein, Motivation

Interview mit dem Trainer und Businesscoach Mike Aßmann in der Ausgabe 04/2018 des SQUT Magazins.

Du bist privilegiert, denn hier, jetzt und heute leben und erleben wir nicht nur täglich ein Stück faszinierende Menschheitsgeschichte, sondern können uns zugleich an jeder Stelle, an jedem Ort und zu jeder Zeit selbst einbringen, teilhaben und verändern. Jeder von uns kann Geschichte mitschreiben und gestalten. Schon nach dem Lesen dieser Worte möchte man die Ärrmel hochkrempeln und loslegen. Wenn man den Urheber dann einmal wie wir auf der dies- jährigen Vision 20XX in Leipzig live erleben konnte, gibt es endgültig kein Halten mehr. Wir wollten wissen, weshalb das so ist und wer oder was ihn eigentlich motiviert, den Motivationstrainer und Businesscoach Mike Aßmann.

 

SQUT: Wer oder was motiviert Sie, morgens aufzustehen?

M. Aßmann: Da gibt es eine ganze Menge. Doch bevor ich Ihnen verrate, was mich als Trainer motiviert, lassen Sie mich kurz auf das Thema „Ich komme morgens nicht aus dem Bett eingehen“. Immer wieder stellen mir meine Teilnehmer in den Seminaren und Coachings die Frage, was ich ihnen raten könnte, damit sie morgens einfach besser aus dem Bett kommen. Ich möchte hier an dieser Stelle nicht so weit ausholen, daher fällt meine Antwort recht kurz aus. Wenn es jemandem schwerfällt, morgens aus dem Bett zu kommen, liegt es selten daran, dass er müde ist und vielleicht eine unruhige Nacht hinter ihm liegt. Der wahre Grund ist, dass da draußen nichts wirklich Anziehendes auf ihn wartet. So, und nun komme ich gern auf Ihre Frage zurück. Mich motivieren jeden Tag all die Dinge, die mich erwarten. Mein Job als Trainer und Coach, mein Team, unsere großartigen Geschäftspartner und, na klar, un- sere fantastischen Kunden. Dazu kommen noch all die wundervollen kleinen und großen Dinge im Leben.

SQUT: Warum müssen Menschen überhaupt von anderen Menschen motiviert werden?

M. Aßmann: Vielleicht sollte ich die Frage etwas er- gänzen. Warum müssen einige Menschen von anderen Menschen motiviert werden? Betrachten wir einmal die letzten zwei bis drei Jahre, in denen so viele Menschen nach einer langen, sehr strapaziösen und auch gefährlichen Reise, oft zu Fuß, bei uns hier in Europa angekommen sind. Da stellen wir schnell fest: Diese Menschen brauchten niemanden, der sie motiviert. Die Eigenmotivation war bzw. ist so gigantisch groß, dass sie diese Strapazen auf sich genommen haben. Mal ganz ehrlich, wer von uns Unternehmern und Führungskräften, wer von uns hier in Deutschland, hat jemals so eine Reise unternommen? Es geht uns gut, richtig gut. Das macht die Menschen träge und wir gewöhnen uns sehr schnell daran. Bereits Mitte März haben über 90 Prozent der Menschen ihre Ziele für das Jahr wieder komplett aus dem Auge verloren. Warum das so ist? Es fehlt in ihrem Leben schlicht an Motivation. Einer tiefen, inneren, persönlichen Motivation, etwas wirklich erreichen zu wollen. Unseren Kunden dabei zu helfen, diese Motivation zu finden, gehört, neben vielen anderen Themen, zu meinem Job.

Das macht die Menschen träge!

SQUT: Wenn nach einem Workshop mit Ihnen alle in Tschakka-Hurra-Stimmung sind, wie lange hält das dann an und was geben Sie den Menschen noch für Hausaufgaben mit?

M. Aßmann: Jetzt bringen Sie mich zum Schmunzeln. Tschakka-Hurra-Stimmung gibt es bei mir nicht. Dass die Teilnehmer nach einem Workshop eine gewis- se Euphorie empfinden, ist gewollt und ganz wichtig. Denn nur so werden tiefe innere Veränderungsprozesse angestoßen. Damit das auch wirklich nachhaltig ist, betreuen wir die Teilnehmer immer eine Zeit lang persönlich auf ihrem Weg.

SQUT: Und sie machen ja bestimmt auch noch andere Sachen als Bühnenshows mit emotionalen Videos und kernigen Worten, oder? Wie muss man sich Ihre Arbeit vorstellen?

M. Aßmann: Vielen Dank für diese Frage. Ja klar, etwas Bühnenshow gehört zum Job und hilft auch dabei, den Fokus der Teilnehmer zu verändern. Nur so bekommt man einen Zugang und auch die volle Aufmerksamkeit. Als selbstständiger Unternehmer ist meine Arbeit sehr vielfälltig. Unsere Kunden sind mittelständische Unter- nehmen. Mit den Schwerpunkten Führung und Motivation unterstützen mein Team und ich Inhaber und Geschäftsführer mit ihrem Führungsteam dabei, aktuelle Herausforderungen zu meistern und Veränderungsprozesse im Unter- nehmen anzuschieben. Dafür bieten wir verschiedene Produkte an. Dies sind zum Beispiel Persönlichkeits-Coachings, firmeninterne Vorträge, Workshops und Seminare und auch außergewöhnliche, offene Intensivtrainings. Viele der Klienten und Kunden kommen allein oder mit ihrem Team zu uns nach Bielefeld und immer mehr Coachings finden im Ausland statt. Wichtig ist: raus aus dem gewohnten Umfeld!

SQUT: Motivationstraining wird oft missverstanden als das stakkatoartige Raushauen von klischeehaf- ten Floskeln. Was ist an dem Klischee tatsächlich dran und was muss ein Motivationstrainer außerdem können?

M. Aßmann: Ich tue mir immer etwas schwer mit der Bezeichnung Motivationstrainer. Wie ich schon er- wähnte, hat Motivation wenig mit Tschakka und Hurra-Events zu tun. Diese Art von Motivation währt oft nur kurz. Meist flacht die Euphorie bereits nach 72 Stunden deutlich ab. Wollen Sie ein Event mit viel En- tertainment erleben, dann besuchen Sie gern eine solche Veranstaltung. Wollen Sie aber echte, nachhaltige und positive Veränderungen, die Sie als Persönlichkeit wachsen lassen, dann kommen Sie zu einem unserer Workshops oder Seminare.

Jeder kann Erfolg im Leben haben!

SQUT: An der Uni lernt man: Die intrinsische ist viel stärker und nachhaltiger als die extrinsische Motivation. Kann jeder Mensch genug intrinsische Motivation aufbringen? Egal, welchen Bildungsgrad er hat, welcher sozialer Schicht er angehört oder wie alt er ist?

M. Aßmann: Eine gute Frage. Jeder von uns braucht beide Formen der Motivation. Die intrinsische, also die, die aus einem selbst kommt, und auch die extrinsische, welche von außen kommt. Die Zeit ist hier zu kurz, um diese Frage umfassend zu beantworten. Ich persönlich bin davon überzeugt, dass jeder Erfolg im Leben haben kann, egal, wie man Erfolg definiert. Doch am Anfang steht das Umlernen. Wir müssen uns bewusst machen, was wir wirklich im Leben wollen und dann genau hinsehen, was uns von all den Dingen, die wir bis heute gelernt haben, unseren Zielen näher bringt und was uns bislang noch von ihnen abhält.

SQUT: Und warum versuchen wir es vor allem bei den eigenen Mitarbeitern immer noch so häufig, sie durch Druck oder mit Geld und Kennzahlen zu motivieren? Wie sähe die perfekte Motivation für Mitarbeiter aus?

M. Aßmann: Die Zeiten ändern sich. Führung geht heute immer seltener über Druck und Kennzahlen. Der finanzielle Anreiz gehört natürlich dazu, doch das allein lockt immer weniger Mitarbeiter hinter dem Ofen vor, sprich: motiviert sie. Ob es eine perfekte Motivation gibt, das lasse ich mal offen. Wenn Sie heute in einem hochmotivierten Umfeld arbeiten und im Team erfolgreich sein wollen, dann müssen Sie eine besondere Fähigkeit entwickeln. Jetzt wollen Sie bestimmt wissen, was ich damit meine. Es geht um die Fähigkeit, ein Menschenfänger zu werden. Es geht darum, eine außergewöhnliche Führungspersönlichkeit zu werden. Dazu gehört, sich für die Menschen in ihrem geschäftlichen und privaten Umfeld zu interessieren und diese wirklich kennenzulernen. Um auf Ihre Frage zurückzu- kommen: Finden Sie heraus, was Ihre Mitarbeiter wollen! Welche Ziele sie in ihrem Leben haben! Und dann überlegen Sie, wie Sie ihnen dabei helfen können, diese zu erreichen.

SQUT: Ihre Zuhörer ermutigen Sie, in deren Zielen wie Geld oder Liebe oder Erfolg oder Gesundheit das oder durch ein und zu ersetzen. Würde man so etwas bei Facebook als Meme posten, bekäme man aber einen gewaltigen Shitstorm. Als moralisch akzeptabel gilt doch nur, wer Materielles verpönt.

M. Aßmann: Diesmal habe ich eine kurze Antwort. Erstens: immer beides verlangen, Geld und Liebe, Erfolg und Gesundheit, usw. Zweitens: Schaffen Sie sich ein Umfeld, privat wie geschäftlich, welches genauso tickt wie Sie selbst. Drittens: Lassen Sie die anderen da, wo sie sind, und versuchen Sie nie, jemanden zu verändern oder zu überzeugen. Wichtig ist auch noch: Erzählen Sie Ihre Ziele nicht jedem. Viele werden es nicht verstehen. Die sozialen Medien sind nicht der richtige Weg, solche Inhalte zu diskutieren.

SQUT: Karl Lagerfeld hat einmal gesagt: Wer in Jogginghose aus dem Haus geht, der hat sein Leben nicht mehr im Griff. Aber so ein bisschen unmotiviertes Herumgurken hier und da brauchen wir doch alle mal, oder?

M. Aßmann: Ich bin ein großer Fan von Karl Lagerfeld. Und dieses Zitat kenne ich auch :-). In meinen Coachings geht es auch immer wieder darum, die verlorene Balance im Leben zurückzugewinnen. Dafür brauchen wir auf jeden Fall auch Zeiten, in denen wir von mir aus auch in Jogginghosen aus dem Haus gehen. Weil es einfach bequem ist und heutzutage auch echt stylish sein kann. Ich selbst bin ein großer Fan. Besonders auf meinen Reisen trage ich gern auch mal eine Joggingho- se. Gurken sie herum, lassen Sie alle fünf gerade sein, schlafen Sie aus, bleiben Sie den ganzen Tag im Bett und gestehen Sie sich auch mal zu, einen Durchhänger haben zu dürfen. Doch finden Sie immer wieder zurück auf Ihren Weg.

SQUT: Haben Sie einen guten Notfalltipp für so einen typischen Ich-schmeiß-jetzt-alles-hin-Moment?

M. Aßmann: Emotionale Entscheidungen, die aus einem Affekt heraus getroffen werden, sind oft keine guten Entscheidungen. Nicht selten bereuen Menschen recht schnell, was sie da getan haben. Sollten Sie mal an so einem Punkt in Ihrem Leben kommen, dann empfehle ich, zuerst einmal ganz tief Luft zu holen und zunächst für sich zu erkennen, dass es so nicht weitergeht. Dann schlafen Sie mindestens eine Nacht darüber. Am nächsten Tag sieht die Welt meist wieder viel freundlicher aus. Wichtig ist hier: Seien Sie bitte immer hundertprozentig ehrlich zu sich selbst. Ist irgendetwas in Ihrem Leben nicht so, wie Sie es gern hätten, dann liegt es ganz allein an Ihnen, dies zu ändern. Geben Sie niemals jemand anderem die Schuld. Und wenn Sie und Ihr Team Hilfe brauchen, dann rufen Sie mich einfach an.

Die gesamte Ausgabe des Magazin kannst Du Dir hier einschauen: SQUT Magazin Ausgabe 04/2018.

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