Sind Notlügen erlaubt?

Sind Notlügen erlaubt
Mike Aßmann

Sind Notlügen erlaubt?

Sind Notlügen erlaubt? Eine interessante Frage. Ich bin mir sicher, auch Sie kennen die folgenden Sprichwörter: „Wer einmal lügt, dem glaubt man nie. Oder, Ehrlich währt am längsten.“ Viele von uns haben dies in Ihrer Kindheit oft gehört. Es gibt hierzu viele Studien. Einige Studien von britischen Forschern zufolge, lügen Menschen über 200 Mal an einem Tag. Gehen wir von einer Wachzeit von ca. 16 Stunden aus, sind das dann 12,5 Mal in der Stunde oder eine Lüge alle 5 Minuten. Es gibt auch Studien, die sagen wir lügen nur bis zu 100 Mal am Tag. Wie auch immer, es ist offensichtlich, es wird häufig nicht die Wahrheit gesagt. Das klingt nach einer Menge Lügen. Was meinen Sie?

Jetzt einmal Hand aufs Herz: Wer gibt gern zu, dass er ein Geschenk schrecklich findet? Oder wer hat noch nicht geflunkert, wenn ihm die Frage gestellt wurde: Wie geht’s Dir? Es gibt scheinbar Situationen im Leben, da sind kleine Lügen, die sogenannten Notlügen, durchaus legitim.

Doch warum lügen Menschen?

Hier ein paar Argumente, warum wir lügen:

1.) Die Lüge aus Höflichkeit.

Hierbei wollen wir einfach einen anderen nicht verletzen. Wir lügen aus Höflichkeit. Dabei geht es öfters um rein subjektive Dinge. Stellen Sie sich vor jemanden kauft sich ein neues Hemd oder eine Bluse und Sie finden diese einfach nur hässlich. Oder Sie sind zu einem Essen eingeladen und ein Gang schmeckt echt grauslich. 

2.) Die Lüge aus Angst vor Bestrafung.

Wer weiß, dass eine Bestrafung droht, der neigt schon einmal eher, zu einer Notlüge. Hier sind besonders Eltern gefordert, ihre Kleinen gut zu erziehen.  In vielen meiner Coachings treffe ich auf Menschen, die nie gelernt haben, zu akzeptieren, dass Fehler, Misserfolg und falsche Entscheidungen einfach zum Leben dazugehören.

3.) Die Lüge um Anerkennung zu bekommen.

Man könnte es auch angeben nennen, wenn jemand von seinen großen Erfolgen prahlt und es dabei maßlos übertreibt. Wir Menschen tun sehr viel, um die Anerkennung (manchmal völlig fremder) Menschen zu bekommen. Da wird aus einem 12 kg Gewicht im Fitnessstudio schnell mal ein 24 kg Gewicht.

Lassen Sie uns doch auch einmal die Geschlechter genauer betrachten. 

Lügen Männer besser als Frauen?

Halten Sie sich fest, es ist genau anders herum. Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass Frauen in der Tat besser darin sind, überzeugend zu lügen. Betrachtet man an dieser Stelle auch die Motivation zu lügen, so unterscheiden sich die Geschlechter auch. Der Grund warum eine Frau lügt ist oft, niemanden verletzten zu wollen und damit auch immer eine gewisse Harmonie zu erhalten. Auch wollen Sie damit trösten und motivieren. Männer hingegen haben hier eine ganz andere Motivation. In erster Linie geht es ihnen darum, ihr Gesicht nicht zu verlieren und damit die „männliche Ehre“ zu bewahren. Ein weiterer Grund ist, dass es vielen schwer fällt, zu einem Fehler in der Öffentlichkeit zu stehen. Na klar, Gefühle zeigen Männer weniger gern.

Zu welcher Tageszeit lügen wir mehr?

Auch hierzu gibt es verschiedene wissenschaftliche Studien. Eine Studie von Wissenschaftlern aus Amerika zeigt, dass wir Menschen morgens eher die Wahrheit sagen. Das hängt eng damit zusammen, am Morgen ist unser Akku noch voll aufgeladen. Wir sind leistungsfähiger und unser moralischer Kompass strenger. Leert sich der Akku spürbar nach der Mittagspause, so neigen wir eher dazu, mehr zu flunkern.

Sind Notlügen erlaubt?

Stellen Sie sich die Frage doch einmal selbst. In meinem letzten Motivationskick (Link unten) habe ich diese Frage meinen Lesern auch gestellt. Die Rückmeldungen haben mich wirklich überrascht. So viele Emails – zu einem Thema –  habe ich bis dahin noch nicht erhalten. 

Zusammengefasst ist die Meinung, Notlügen sind okay, unter bestimmen Voraussetzungen. Flunkern und kleine Lügen sind erlaubt, wenn es darum geht, höflich zu  sein, Rücksicht zu nehmen, Menschen zu beschützen und wenn Liebe im Spiel ist.

Mein persönliches Fazit:

Flunkern ist erlaubt, Auch sind Lügen in der Not – sogenannten Notlüge auch in Ordnung. Voraussetzung ist allerdings, dass Sie damit niemanden einen Schaden zufügen oder für sich einen Vorteil daraus ziehen. 

Was meinen Sie? Schreiben Sie mir doch einen Kommentar direkt hier unter dem Beitrag.

Herzlichen Dank

Ihr

Motivationstrainings mit Mike Aßmann, Bielefeld, Ostwestfalen, Sauerland, Deutschland, Österreich, Schweiz

 

3 Kommentare

  • Ich freue mich über Ihr Feedback zu diesem Beitrag.

  • Hallo Mike,
    leider bin ich nicht Deiner Meinung. Flunkern / Notlügen sind auch nicht ok.
    Ich finde, wenn ich etwas sage muss man sich 100 % darauf verlassen können, dass es so ist, wie ich es sage. Dabei bin ich ebenfalls darauf bedacht niemanden zu verletzen. Beispiel: bekomme ich ein Geschenk und finde es einfach nur häßlich, ist es doch nicht richtig Begeisterung zu heucheln. Ich kann doch z.B. einfach sagen: “Da hat sich aber jemand Mühe gegeben. Ganz lieben Dank dafür!“ …und gut ist’s. Das entspricht der Wahrheit (ich gehe davon aus, der der Schnkende sich Mühe gegeben hat) und ich brauche nicht zu lügen!
    Es gibt für mich eine kleine “Brücke“ wenn’s ganz eng wird. Ich sag einfach nichts oder formuliere so “schwammig“, dass der andere das Gefühl hat, alles ist gut. Aber die Worte und was ich sage, sollten IMMER stimmen.
    Meine Meinung!

Schreibe einen Kommentar